jetzt ist es (fast) soweit…

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Februar…. in ein paar Tagen geht es los…. ein Termin steht an, den ich eigentlich nicht im Kalender eintragen muss, weil er seit Monaten präsent ist, weil ich mich sowas von freue darauf .. …  in ein paar Tagen ist es soweit: ich fahre zur MasterClass beim “Stilpiraten” Steffen Böttcher.
Seit Wochen lese ich immer mal wieder Berichte von Absolventen der MasterClass und ich denke, meine Art zu fotografieren wird sich dadurch ganz sicher verändern, …  alle bisherigen  Teilnehmer die ich kenne, haben das so gesehen, 2 Tage die Dich als Fotograf verändern werden… und jeder der schon da war, hat berichtet, dass das 2 Hammer-Tage waren… 

Als Teilnehmer wird man gebeten, 20 seiner besten Bilder aus dem Bereich Portrait mitzubringen…  als vor Wochen diese Mail kam, dachte ich: Ja klar..mach ich.. im Sinne von “kein Problem” ähm… naja……..ein typischer Fall von “Denkste!”…. denn  seitdem trage  ich die Entscheidung, WELCHE Bilder das bei mir sein werden, mit mir herum – schiebe sie vor mir her wie einen Gang zum Zahnarzt…

vor ein paar Tagen dann habe ich mich daran gemacht, die Bilder auszuwählen… ich musste, schliesslich brauche ich noch ein paar gute Ausdrucke davon und das wird auch ein paar Tage dauern.. ich bin also unter Zeitdruck und daher gezwungen, das genau  jetzt zu erledigen…… Jetzt ! …  und dann passiert’s:    Genau genommen geht der Workshop jetzt schon los…

Hey – das ist echt ne Aufgabe.. …..klar, fallen mir  sofort ein paar Bilder ein, die ich für mich spontan zu meinen “Best-Of” rechnen würde..  Bilder die ich für fotografisch gelungen halte, bei denen etwas “rüber” kommt von der fotografierten Person, der richtige Moment, der richtige Ausdruck, das richtige Licht, wo irgendwie alles gepasst hat – aber ganz schnell komme ich zu der Frage: Sind sie das jetzt wirklich – meine “besten” Bilder ?  Was sind eigentlich die “Besten”… und dann beginnt der Kopf langsam, virtuelle Rauchschwaden zu entwickeln….. ganz schnell kam ich zu dem Punkt, an dem ich das Wort “die Besten” durch “die WICHTIGSTEN” ersetzt habe.. das schließt sich gegenseitig nicht aus, aber ist doch manchmal etwas Verschiedenes… und wieder fallen mir spontan ein paar Bilder ein…  und siehe da… die Auswahl der Bilder wird in Teilen eine andere… und es stellt sich so etwas ein wie Ratlosigkeit… welche packe ich jetzt ein…   erst mal weg vom PC.. Zigarette und Kaffee.. Ruhe …  und Nachdenken…    auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Was ist das eigentlich – ein Bild, dass ich für wirklich gelungen halte, eins das mich und meine Art die Dinge zu sehen und  sie wieder zu geben ausmacht – Was ist eigentlich ein typisches “Thomas-Bild” ?…. gibt es sowas überhaupt schon…  oder mache ich mir jetzt einfach zu viele Gedanken ?  …. Welche Bilder sind eigentlich wichtig – nicht nur für mich wichtig sondern wichtig für den Fotografierten… welche Bilder bedeuten etwas…

welche Bilder sind  nur irgendwie gut und welche Bilder davon sind Bilder die BLEIBEN… lauter Fragen… und ich hab da immer noch eine Auswahl von etwa 70 Bildern aus allen möglichen Shootings  vor mir auf dem Bildschirm- die ich auf nur 20 reduzieren soll… verdammt schwer.

eine Erfahrung, die ich im Leben gemacht habe, lautet: Manchmal hilft es, wenn man die Dinge einfach mal zu Papier bringt, weil man sie dann wirklich formulieren muss.. sowas bringt manchmal etwas Klarheit ins Wirrwar… 

dann mal los:

  • ich mag Bilder, die mit nur einem Bild eine Geschichte erzählen können
  • ich mag Bilder, die sich sehr auf das reduzieren was im Fokus ist, zuviel Kram im Hintergrund stört mich
  • ich mag die Drittelregel und ich  mag mutige Bildschnitte – und ich mag auch Experimente, die absichtlich gegen Regeln vertoßen
  • ich mag das Querformat
  • ich mag es dicht dran
  • ich mag Gegenlicht, ich mag Kontraste, ich mag schwarzweiss, ich mag den Analog-Look, ich mag Film-Körnung
  • ich mag die dunklen Töne weil sie die hellen betonen
  • ich mag keine Grinse-Bilder, ich mag die ruhigen und sinnlichen und vor allem die nachdenklichen Momente
  • der Gesichtsausdruck ist wichtiger, als die vermeintlich perfekte Pose, das was die Masse unter Fashion-Shooting versteht ist nicht so meins
  • ich mag gelebtes Leben im Gesicht, 
  • ich mag ehrliche Bilder – ich mag Gesichter von Menschen die zu sich stehen, die sie selbst sind und niemand anderes sein wollen.
  • … und ich mag keine Barbies – perfekte Menschen sind nicht perfekt oder anders: schön ist, wer nicht perfekt ist!

sicher kann ich diese Liste noch weiterschreiben… das tut irgendwie gut und hilft … 

… und schon wurde es wieder etwas einfacher, einige der Bilder aus der zu langen Liste zu kicken…

ich habe mich dann dazu entschlossen, meine “wichtigsten” Bilder in ein Fotobuch zu packen… entschieden habe ich mich jetzt für Bilder, zu denen es eine Geschichte gibt, …. und es sind ein paar Seiten mehr geworden als nur 20 – diesen Regelverstoß gönne ich mir (siehe oben.. ich mag Regelverstöße, das kleine bisschen Anarchie muss sein 🙂 )…  ich bin nun gespannt.. wie Steffen diese Bilder sieht… er wird ganz sicher einiges anzumerken und zu kritisieren haben und das ist gut so…  ich fahre ganz bestimmt nicht dahin, um mir Lob abzuholen.   Und  gespannt bin ich auf die Bilder, die dann im nächsten “Augen-Blicke”-Album landen werden, das ich dann am Jahresende 2014 drucken  werde…  sicher werde ich niemals jemand  ganz anderes werden,  aber vielleicht wird sich auch bei meinen Bildern und der Art wie ich sie mache einiges  ändern…. wir werden sehen ob das dann auch zu sehen ist .. meine Antennen sind durch diese kleine Hausaufgabe schon mal auf  Empfang….

und am  Wochenende packe ich dann meine Tasche … auf  ins Heidestudio….   die Spannung steigt….dann wollen wir mal…  zum Entwickeln !

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